Deutschland zu Fuß, mit dem Rad und dem Boot entdecken

Wandern in den Bergen
Ob beim Wandern, Radfahren oder im Boot: Deutschland hat viele schöne Ecken - Foto: AlexBrylov / depositphotos.com

Die Wanderschuhe festgeschnürt, auf den Fahrradsitz gesetzt, das Ruder in die Hand genommen – wer Deutschland entdecken will, muss nur die Stadt verlassen. Von den Küsten der Nord- und Ostsee, bis zu den Alpen erstreckt sich ein ausgebautes Wegenetz, dass man wandere, radele oder paddele. Die Möglichkeiten sind zahllos; deswegen folgt hier eine kleine Auswahl, um die Reise zu beginnen.

Deutschland zu Fuß

Deutschland ist ein Wanderparadies: Ob im Norden oder Süden, durch die 16 Bundesländer ziehen sich fast 200.000 Kilometer lang befestigte Wanderwege. In Schleswig-Holstein wandert man auf dem Wattenmeer, entlang von Inseln, Salzwiesen und Halligen. In Mitteldeutschland erwarten einen dagegen eher Mittelgebirge und Wälder – so der Harz und der Thüringer Wald. Ganz im Süden thronen dagegen die Alpen mit Routen durch die Berge. Wanderzeit ist in Deutschland vor allem Frühling und Herbst – aber viele Regionen verweisen auch im Winter auf spezielle Winterwanderrouten: so im Elbsandsteingebirge und in den Alpen.

Im Süden wartet als Klassiker der Albsteig: 350 Kilometer lang führt er den Wanderer von Tüttlingen nach Donauwörth, entlang der schwäbischen Alp. Hier ragen Schlösser und Burgen in die Höhe – so Burg Tieck und Burg Lichtenstein, aber als Höhepunkt die Burg Hohenzollern. Doch auch die Natur ringt mit den Burgen um die Blicke des Wanderers: Auf dem Weg finden sich gleichfalls der Ursacher Wasserfall und die Nebelhöhle, eine Tropfsteinhöhle.

Im Norden geht es dagegen besinnlicher zu: Auf den Heidschnuckenweg in Niedersachsen führt der Wanderweg von Hamburg-Fischbek nach Celle. Rund 223 km schlängelt sich der Weg durch mehr als 30 Heideflächen, die im Spätsommer lila blühen. Sonst erwarten den Wanderer auf 13 Etappen Findlinge, Moore und Birken – zudem ist er besonders für Anfänger geeignet; der höchste Punkt misst nur 169 Meter.

Deutschland auf dem Rad

Wenn es ums Radeln geht, hat Deutschland seinen Nachbarn einiges voraus – über 40.000 km gut ausgebaute Radwege winden sich durch das Land: im Norden entlang der Küsten, durch die Mittelgebirge im Herzen Deutschlands und im Süden entlang der Alpen, des Bodensees und des Schwarzwaldes. Die längsten Radwege säumen hierbei die Flussränder und führen oft über die Landesgrenze hinaus – so der Donauradweg, der den Radler bis nach Budapest führt.

Neben einem Fluss krümmt sich auch der beliebteste Radweg Deutschlands, nämlich der Elberadwanderweg: Auf gut 860 Kilometern begleitet er den Radfahrer von Cuxhaven nach Bad Schandau; er ist dabei autofrei und asphaltiert.

Von einem See zum nächsten führt hingegen der Bodensee-Königsee-Radweg – er ist 417 Kilometer lang und beginnt in Lindau am Bodensee. Doch ist er schwerer als der Elberadwanderweg: Hier überwindet der Radfahrer größere Steigungen und Gefälle, und dass auf Straßen mit wenig Verkehr und befestigten Feldwegen.

Deutschland auf dem Boot

Doch Deutschland kann man nicht nur mit Wanderschuh und Fahrrad entdecken – Deutschland kann man auch durchpaddeln, und zwar mit Kanu, Kajak oder Kanadier. Besonders die kleinen Flüsse sind es hier, die zum Wasserwandern einladen, weil keine Berufsschifffahrt im Wege schwimmt. Wasserwanderer müssen hierbei auch nicht auf ausgebaute Wege verzichten: längs der Gewässer finden sich oft Camping- oder Rastplätze und viele Bootsverleiher stehen bereit, die die nötige Ausstattung bereitstellen.

Auf dem „Amazonas des Nordens“, der Peene, schippert man auf ruhigen Gewässern durch ein Naturschutzgebiet: Torfstiche, Niedermoore, Flussauen und Bruchwälder zieren den Rand und wimmeln von Tieren. Biber, Eisvögel, Fischotter und Seeadler sind dabei nur eine kleine Auswahl, die das Naturschutzgebiet bevölkern. In dieser ungestörten Natur paddelt man sechs bis sieben Tage lang auf mehreren Etappen über 80 Kilometer – vom Kummerower See bis nach Anklam.

Ebenso wartet im Westen Deutschlands die Lahn auf die Kanuten; sie ist ein Nebenfluss des Rheins und streckt sich 242 Kilometer lang durch die Landschaft. Nur mäßig strömt sie dahin, weswegen man mindestens zehn Tage zum Wasserwandern einplanen sollte. Doch dafür liegt der Flussrand voller Sehenswürdigkeiten: Auf grünen Hügeln thront ab und zu eine Burg, 33 Kilometer flussab liegt die Stadt Limburg und zuletzt harrt der einzige schiffbare Tunnel Deutschlands auf die Paddler – 200 Meter lang unterquert er das Stadtzentrum von Weilburg.