Wasserwandern in Europa

Wasserwandern mit Kanu und Zelt
Längere Touren mit dem Boot sind in vielen Teilen Europas möglich - Foto: YuliyaKirayonakBO / depositphotos.com

Wer ein Urlaubsziel einmal aus einer neuen Perspektive kennenlernen möchte, für den ist Wasserwandern genau das richtige. Beim Wasserwandern, das auch als Wanderpaddeln bezeichnet wird, wird die Umgebung und Natur hauptsächlich auf ruhigen Gewässern entdeckt. Als Wanderboote dienen hierzu meist Kajaks oder Kanadier. Das Wasserwandern ermöglicht eine völlig neue Perspektive auf wunderschönen Landschaften und kann sowohl alleine als auch in Gruppen vorgenommen werden.

Europa bietet zahlreiche Orte und Gegenden, die ideal für das Wasserwandern geeignet sind. Auf den ruhigen Gewässern, kann die Natur in Ruhe genossen und vom Alltag abgeschaltet werden.

Wasserwandern in den Niederlanden

Die Niederlande und Wasser gehören nahezu untrennbar zusammen. Das Land ist für sein besonders umfangreiches Netz von Wasserstraßen berühmt. Dieses umfangreiche Netz besteht aus scheinbar unendlich vielen Schleusen, Kanälen, Brücken und Dämmen. Die Grachten in der Hauptstadt Amsterdam sind wohl die bekanntesten schiffbaren Kanäle des Landes. Mit der Zeit hat sich an den Ufern eine einmalige Infrastruktur für das Wasserwandern gebildet. Es gibt zahlreiche Anlegemöglichkeiten für Wasserwanderer.

Das große Netz aus Wasserstraßen und die gute Infrastruktur entlang der Ufer machen die Niederlande zu einem optimalen Reiseziel für alle Wasserwanderer. Wer das Land auf den zahlreichen Wasserstraßen erforscht, stößt auf eine wunderschöne Landschaft mit vielen Windmühlen, grünen Weiden und urigen Häusern. Insbesondere die friesischen Seeplatten, die aus zahlreichen Seen und Kanälen bestehen, sind eine tolle Gegend für das Wasserwandern in den Niederlanden.

Das Land bietet sowohl die Möglichkeit für kurze Tagestouren als auch für mehrwöchige Törns. Aus diesem Grund sind die Niederlande für Anfänger und für Profis ein ideales Reiseziel. An den Ufern entlang liegen zahlreiche Städte mit tollen Sehenswürdigkeiten, Cafés und Läden, die zum Verweilen einladen. Wer sich für eine Wasserwanderung in den Niederlanden entscheidet, kann sich auf eine gute Infrastruktur einstellen, die auf Wasserwanderer eingestellt ist.

Wasserwandern in Frankreich

Auch in Frankreich lässt sich die wunderschöne Natur hervorragend auf dem Wasserweg erkunden. Das Land bietet zahlreiche verschiedene Flüsse, die optimal zum Wasserwandern geeignet sind. Hinzu kommt, dass es in Frankreich viele Bootsverleihe gibt, die den Paddelspaß zu jeder Zeit ermöglichen.

Ein beeindruckendes Ziel für das Wasserwandern in Frankreich ist der naturbelassene Fluss Allier. Der Allier ist der längste Nebenfluss der Loire und durchquert die Auvergne von Süden bis nach Norden. Der naturbelassenste Fluss des Landes bietet einen wundervollen und nahezu einmaligen Einblick in die Pflanzen- und Tierwelt. Wer hier auf dem ruhigen Fluss paddelt, kann neue Energie tanken und die Sorgen des Alltags vergessen.

Aber auch die Flüsse Ardéche, Gardon und die Loire selbst eignen sich hervorragend, um mit einem Wanderkanadier entdeckt zu werden. In Frankreich gibt es entlang der Flüsse Allier und Loire einige tolle Zeltplätze, auf denen die Wasserwanderer ruhen können. Insgesamt ist die Infrastruktur am Wasser recht solide, jedoch nicht mit Deutschland zu vergleichen. In Frankreich sind sowohl Halbtages- und Tagestouren als auch mehrtägige Touren auf dem Wasser möglich.

Wasserwandern in Deutschland

Wer sich für Wasserwandern in Deutschland entscheidet, findet mit der Mecklenburgischen Seeplatte das ultimative Paddelgebiet hierzulande. Die Mecklenburgische Seeplatte ist das größte zusammenhängende Seegebiet in ganz Europa. Die beeindruckende Gegend wird von einem der größten Waldgebiete Deutschland eingeschlossen und weist unzählige Seen in den unterschiedlichsten Größen auf.

Bis auf wenige Ausnahmen sind die Gewässer der Mecklenburgischen Seeplatte keine Fließgewässer. Die Natur und Ruhe kann daher ganz ohne Strömung und Wehre genossen werden. Das Paddelvergnügen kennt hier nahezu keine Grenzen. Sowohl Paddel-Neulinge als auch erfahrene Kanuten kommen hier auf ihre Kosten.

Zahlreiche Campingplätze und andere Versorgungsmöglichkeiten, wie Supermärkte, befinden sich an den Wasserwanderstrecken der Seeplatte. Das Gebiet ist hervorragend auf Wasserwanderer eingestellt. Zudem gibt es zahlreiche Kanuverleihe. Wunderschöne kleine Hafenstädte, urige und gemütliche Dörfer und verschiedene Natur- und Nationalparks prägen diese Gegend.

Wer sich für eine Wasserwanderung in dieser Gegend entscheidet, kann bis zu 800 verschiedene Schmetterlingsarten und bis zu 260 verschiedene Vogelarten bestaunen. Die gute Infrastruktur bietet an einigen Stellen auch Paddeln mit Handicap an.

Von Ende Mai bis Ende August ist in der Mecklenburgischen Seeplatte ein Blütenmeer aus tausenden von Seerosen zu finden, die sich in voller Pracht zeigen. Eine einzigartige Artenvielfalt und viele einsame Flüsse, machen diese Gegend zu einem wahren Paradies für Wasserwanderer.

Deutschland bietet jedoch auch zahlreiche weitere wunderschöne Gebiete, die zum Wasserwandern geeignet sind. Hierzu zählen unter anderem der Spreewald, die Altmühl in Bayern oder der Neckar in Baden-Württemberg. Der Spreewald bietet kleine, beeindruckende Dörfer, die von einem Netz aus Flüssen, Kanälen und Seen eingeschlossen sind.

Insgesamt ist die Infrastruktur an den Ufern in Deutschland gut und es gibt zahlreiche tolle Gegenden, die sich für das Wasserwandern eignen. Sowohl Halbtages- und Tagestouren als auch mehrtägige Törns sind hier möglich.

Wasserwandern auf Korsika

Ein weiteres schönes Reiseziel für alle Wasserwanderer ist Korsika. Die Insel bietet sowohl kürzere Strecken für Anfänger als auch lange und anspruchsvolle Strecken für Geübte. Die Flüsse auf Korsika sind hervorragend für das Wasserwandern geeignet, da sie eine sehr langsame Fließgeschwindigkeit haben. Die Flüsse und Seen weisen zudem insgesamt eine sehr gute Wasserqualität auf und sind tiefgrün bis klar blau.

Wer sich für das Wasserwandern auf Korsika entscheidet, kann die Natur in Ruhe genießen. Die Insel hat eine reiche Flora und Fauna und beherbergt viele verschiedene Tier- und Pflanzenarten. Hier kann so richtig nah an der Natur gepaddelt werden.

Zahlreiche urwüchsige Flusstäler und tiefgrüne Seen prägen die Natur und bieten die verschiedensten Möglichkeiten für das Wandervergnügen auf dem Wasser. Auf Korsika gibt es viele Bergbäche, die zum Paddeln einladen. Auf den Gewässern kann die Natur aus einer völlig neuen Perspektive erlebt und genossen werden. Für Anfänger sind insbesondere die unteren Flussläufe Asco, Solenzara, Travo und Tavaro geeignet.

Viele der Strecken auf Korsika, die zum Wasserwandern geeignet sind, sind weitgehend unerschlossen und naturbelassen. Ein Nachteil hierbei ist, dass die Flüsse meist sehr weit entfernt von den Straßen liegen. Korsika ist allgemein touristisch eher wenig erschlossen. Aus diesem Grund sollte bereits vor Beginn einer Wasserwanderung in Erfahrung gebracht werden, wo es Übernachtungsmöglichkeiten, Supermärkte usw. gibt.

Der Fluss Golo im Norden von Korsika bietet auf einer Strecke von nahezu 32 Kilometern optimale Bedingungen für das Wasserwandern. Der Fluss ist an mehreren Stellen gut zugänglich, so dass er sich sowohl für Tagestouren als auch für längere Törns hervorragend eignet. Allgemein bieten die meisten Flüsse auf Korsika Etappen von etwa zehn Kilometern Länge und sind damit optimal für Halbtages- oder Tagestouren geeignet.

Wer eine mehrtägige Tour bevorzugt, kann auf das Meer ausweichen. Hier prägen die wunderschöne Felslandschaft und einsame Küstenabschnitte das Landschaftsbild. Wer sich für das Wasserwandern auf dem Meer entscheidet, sollte Allerdings bereits einige Erfahrung aufweisen. Da es auf Korsika häufig zu Wetterumschwüngen kommt und die Strömungen nicht unterschätzt werden sollen, ist es empfehlenswert immer nah am Ufer zu paddeln. Korsika bietet eine etwa 1000 Kilometer lange Küste, die bei einer Wasserwanderung erkundet werden kann.

Eine Region, die sich besonders für Wanderungen auf dem Wasser eignet ist die des Fangotals. Das Naturschutzgebiet im Fangodelta bietet beeindruckende Landschaften und eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt. Sowohl Wasserschildkröten als auch Fischreiher sind hier zuhause und können aus der Nähe beobachtet werden.

Vögel im Sonnenuntergang am See
Wer mit dem Boot unterwegs ist, kann atemberaubende Natur erleben – Foto: Gordo25 / depositphotos.com

Wasserwandern in Belgien

Belgien ist leider nicht optimal auf Wasserwanderer eingestellt. Die Infrastruktur für dieses Hobby ist an vielen Stellen eher schlecht. Es gibt nicht genügend Bootsanleger oder Zeltplätze, so dass das Wasserwandern in Belgien gut durchgeplant sein sollte. Insbesondere für mehrtägige Törns sollte bereits im Vorfeld in Erfahrung gebracht werden, wo es Übernachtungsmöglichkeiten, Supermärkte etc. gibt.

Für kurze Halbtages- und Tagestouren ist das Land jedoch gut geeignet. Insbesondere das Gebirgsplateau der Ardennen bietet eine wunderschöne Landschaft mit bizarren Felsformationen. Das gesamte Gebirge wird von atemberaubenden Flusstälern durchzogen.

In den südlichen Ardennen befindet sich der Fluss Semois, der touristisch gut erschlossen ist. Wer die wundervolle Landschaft beim Paddeln auf der Semois genießen will, sollte allerdings bereits etwas Erfahrung beim Wasserwandern mitbringen.

Wasserwandern in Schweden

Schweden bietet zahlreiche tolle Gewässer, die sich hervorragend für das Wasserwandern eignen. Sowohl im Norden und Süden als auch im Osten und Westen kann das nordische Land auf dem Wasserweg erkundet werden.

Das Schwedische Lappland bietet eine nahezu unberührte Natur, die auf den zahlreichen Flüssen entdeckt werden kann. Es gibt zahlreiche Flüsse und Wasserläufe, auf denen Wasserwandern möglich ist.

In der Provinz Värmland, die sich im Westen Schwedens befindet, gibt es 10 000 Seen, die sich für das Paddelvergnügen eignen. Auch auf dem Klara, dem längsten Fluss des Landes, kann eine Wasserwanderung unternommen werden. Die glasklaren Seen und Wasserläufe bieten eine einmalige Perspektive auf eine nahezu unberührte Natur.

An der Westküste Schwedens liegen zahlreiche urige Fischerdörfchen, die zum Verweilen einladen. Die vielen Inseln, Schären und Holmen sind ideal für das Wasserwandern geeignet. Diese Gegend ist nicht stark frequentiert, so dass die Natur in vollen Zügen genossen werden kann.

In Schweden gibt es viele ruhige Gewässer, die sich hervorragend für das Paddelvergnügen eignen. In vielen Gegenden gibt es zahlreiche Campingplätze, die abends aufgesucht werden können. Aus diesem Grund sind hier auch Tagestouren möglich. Insgesamt ist die Infrastruktur für Wasserwanderer in Schweden sehr gut. Es sind zahlreiche Kanuverleihe an verschiedenen Orten zu finden.

Wer lieber einen mehrtägigen Törn machen will, kommt jedoch auch auf seine Kosten. Insbesondere im Norden können einsame und abgelegene Touren unternommen werden.

Wasserwandern in Polen

Insbesondere der Norden Polens ist ein echtes Paradies für Wasserwanderer. Die Gegend bietet eine ausgeprägte Infrastruktur entlang der Ufer mit zahlreichen Campingplätzen und Bootsverleihen.

Die Natur ist in vielen Bereichen nahezu unberührt und die Gewässer eignen sich hervorragend für Tagesausflüge oder mehrtägige Touren. Die zahlreichen Campingplätze bieten genügend Platz, um die Nächte mitten in der Natur zu verbringen.

Die Region Masuren ist mit ihren ruhigen Gewässern auch für ungeübte Paddelfreunde geeignet, da kaum Untiefen oder Strömungen vorhanden sind. Vor allem der Fluss Krutynia ist sehr beliebt. Hier kann auf dem Boot eine nahezu unberührte Natur durchquert werden. Insgesamt führt diese Paddeltour auf 110 Kilometern Länge durch 16 Seen und zahlreiche wunderschöne Uferlandschaften.

Auf der Krutynia können auch kleinere Touren absolviert werden, da sich zahlreiche Campingplätze in Ufernähe befinden. Wer die gesamte Route paddeln will, sollte ungefähr zehn Tage einplanen. Von dem Ort Krutyn aus können alle Etappenziele leicht erreicht werden. Anfänger können von hier aus verschiedene kleinere Touren starten.

Wasserwandern in Polen ist auch am Elblag-Ostroda-Kanal oder in der Provinz Illawskie möglich. Die Gegenden bieten tolle Gewässer für aufregende Wasserwanderungen. Insgesamt ist das Netz von Wasser-Stationen, Bootsverleihen und Campingplätzen in Polen sehr dicht und damit das optimale Reiseziel für alle Paddelfreunde.