Rundflug Nordsee und Wilhelmshaven

Wilhelmshaven von oben
Wlhelmshaven und ein Teil der Hafenanlage

Der Blick vom Flugzeug aus auf das Land ist wie ein Ausflug in eine neue Welt. So mancher hat bei einem Flug über eine Region oder sein eigenes Haus die eine oder andere Kuriosität entdeckt. Ein Rundflug entlang der Nordsee und Wilhelmshaven eröffnet Ihnen eine neue Perspektive auf die Küste und diverse Inseln, die im Rahmen des Fluges ebenfalls angesteuert werden. Der Rundflug ist nicht nur ein Erlebnis, wer einmal seine Region von oben entdecken möchte, er ist auch ideal, wenn an der Nordsee der Urlaub verbracht wird. Vor allem für die Kinder ist so ein Rundflug ein einmaliges Erlebnis.

Ein Start von Mariensiel bei Wilhelmshaven mit Blick auf das Fort

Gestartet wird mit einem Sportflugzeug von Mariensiel südlich von Wilhelmshaven. Beim Start wird vor allem darauf geachtet, dass es möglichst ruhig verläuft, denn viele der Gäste sind bisher noch nie in einem Sportflugzeug gesessen. In Mariensiel befindet sich auch gleich der erste interessante Blickfang aus der Luft, das Fort Mariensiel. Das Fort ist eine von drei Anlagen bei Wilhelmshaven und wurde 1876 errichtet. Es war gedacht zur Verteidigung und wurde nach dem Ersten Weltkrieg dafür genutzt, Munition zu entschärfen. Dieses Vorhaben verlief nicht immer glimpflich denn unter anderem explodierte dort bei einem Unfall 40.000 Granaten. Heute sind nur noch Reste der Anlage zu sehen, beim Blick vom Flugzeug aus, wird jedoch ersichtlich, wie groß die Anlage war und wie durchdacht sie gebaut wurde. Von Mariensiel geht es dann Richtung Wilhelmshaven Richtung Nordsee. Wilhelmshaven selbst liebt noch am Jadebusen an der Grenze zur Nordsee. Vor allem der Blick auf den Hafen der Stadt ist beeindruckend. Der Hafen spiele im Laufe der Geschichte unter anderem als Kriegshafen eine große Rolle. Er ist der Hafen mit der größten Wassertiefe in ganz Deutschland und heute ein sehr wichtiger Umschlagplatz für Erdöl. Vom Flugzeug aus können Sie beobachten, wie die imposanten Frachter in den Hafen einlaufen, was manchmal gar nicht so einfach ist.

 

Vom Jadebusen nach Schillig

Schillig, Nordsee, Jadebusen, aus der Luft
Die Spitze von Schillig

Von Wilhelmshaven geht es dann entlang der Küste nach Horumersiel und Schillig. Vorher wird aber noch Hooksiel überflogen. Nur von der Luft aus sehen die Gäste, warum der Ort diesen Namen hat. „Hook“ ist die Bezeichnung für eine Nase oder einen Vorsprung und Siel ist ein verschließbarer Gewässerdurchlass bei Deichen. Der Ort Hooksiel selbst liegt damit nur indirekt am Meer, denn die Küste reicht wie ein Vorsprung ins Meer und der Hooksieler Binnentief bildet einen sicheren Zugang zum Meer. Mittlerweile sind die Orte entlang der Küste wie auch Hooksiel gewachsen, wodurch dies heute nicht mehr so markant hervor sticht, dennoch lässt es sich aus der Vogelperspektive noch immer gut erkennen, dass die Küste einem Haken gleicht. Über Wiesen und Felder geht es weiter Richtung Horumersiel. Bei einem Blick aus dem Flugzeug gleicht die Landschaft einen Flickenteppich, der aus unterschiedlichen Streifen zusammengesetzt wurde. Lediglich einige Flüsse wie die Schilliger Leide oder Horumer Tief stören die weitgehend gleichmäßigen Formen und brechen gerade Linien durch ihre Biegungen auf. Ein lustiges Bild von oben bildet der Campingplatz Schillig. Aus der Vogelperspektive ist nicht sofort erkennbar, worum es sich bei den vielen gleichmäßig angeordneten Punkten handelt, erst bei genauerem Hinsehen, erkennen die Fluggäste, dass es sich dabei um Wohnmobile handelt. Vor allem diese neue Perspektive ist für die Gäste der Rundflüge ein spannendes Erlebnis, was oft auch dazu führt, dass sie einige Dinge wieder zurück am Boden aus einer neuen Sichtweise betrachten. Schillig selbst bildet die nördlichste Spitze der Ostfriesischen Halbinsel, der in einigen Kilometern Entfernung die Ostfriesischen Inseln vorgelagert sind. Durch seine exponierte Lage war Schillig auch immer wieder von Sturmfluten bedroht. Mittlerweile wurde das Gebiet weitgehend gut gesichert und eine Verbauung der Küstengebiete wird aus Sicherheitsgründen nicht zugelassen. Aus diesem Grund ist auch der ländliche Charakter der Region aufrecht geblieben, der von oben wie ein Flickenteppich aus Naturfarben aussieht.

Die Ostfriesischen Inseln aus luftiger Höhe

Bei einem Rundflug entlang der Nordsee darf natürlich auch ein Abstecher zu den Ostfriesischen Inseln nicht fehlen. Sie erstrecken sich über eine Länge von 90 Kilometer und sind zum Teil nur spärlich oder gar nicht bewohnt. Dadurch wurde ein sehr ursprünglicher Charakter auf den Inseln erhalten. Bei jenen Inseln, die besiedelt sind, zeigt sich aus der Vogelperspektive ebenfalls, dass das Leben auf einer Insel und vor allem sich dort niederzulassen nicht ganz so einfach ist. Viele Häuser sind wie auf Norderney auf einen Punkt konzentriert, der auch durch die Witterung günstig liegt. Vor allem früher war es nicht ungefährlich weit entfernt von den größeren Siedlungen niederzulassen, da es oft nicht einfach war dorthin zu gelangen, wenn jemand Hilfe benötigte. Sogar heute sind die meisten Ostfriesischen Inseln weitgehend frei von Autos und es wird auf andere Beförderungsmittel wie Räder oder lokale Bahnen zurück. Der Grund, warum nur wenige Inseln befahren werden dürfen, ist, weil die hohe Luftqualität erhalten werden soll. Es gibt nur wenige Ausnahmegenehmigungen auf den Inseln wie für die Polizei oder Ärzte, die auch mit dem Auto schnell zu Patienten fahren dürfen.

Flughafen Mariensiel
Sportflugzeug auf dem Flughafen Mariensiel

Ebbe und Flut vom Flugzeug aus beobachten

Ein ganz besonderes Schauspiel ist die Beobachtung der Tide vom Flugzeug aus. Nur aus dieser Perspektive ist zu sehen, wie weit sich bei Ebbe das Wasser zurückzieht, aber auch wie schnell es wieder kommen kann. Daher sollten Wattwanderungen auch nur mit erfahrener Leitung gemacht werden, die die Gäste rechtzeitig zurück ins Trockene bringen. Beim Beobachten der Tide vom Flugzeug aus müssen sich die Gäste allerdings keine Gedanken machen, dass sie nasse Füße bekommen würden. Die Bewegung des Meeres sorgte auch dafür, dass zahlreiche Muscheln in flaches Gewässer transportiert wurden. Viele Regionen entlang der Nordsee, wie auch Schillig, lebten früher vom Sammeln und Verkaufen der Muscheln. Heute spielt natürlich der Tourismus eine weitaus größere Rolle. Dennoch sollten Sie sich, wenn die Reise wieder entlang der Küste nach Wilhelmshaven und Mariensiel zurückgeht, eine frische Portion Muscheln in einem der Lokale entlang des Hafens schmecken lassen. Nach einer möglichst sanften Landung nach dem Rundflug schmeckt eine Portion Muscheln in einem der vielen Lokale entlang der Küste während eine frische Meeresbrise um die Nase weht gleich noch besser.