Sport, Spaß und ganz viel Natur: Kanutouren in Deutschland

Kanutour im Spreewald
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Ruhig und gelassen treibt man auf dem Wasser, der Hektik des Alltages völlig entrückt. Bisweilen gleitet ein Dorf vorbei, dann zeigt sich die Landschaft wieder gänzlich naturbelassen. Die Stille wird nur vereinzelt von Entengeschnatter oder dem Quaken eines Frosches unterbrochen.

Eine Wunschvorstellung? Vielleicht – doch mit einer Kanutour lässt sich diese für fast jeden in die Realität umsetzen. Dabei hilft auch, dass wir in Deutschland über viele schöne Kanugebiete verfügen. Eines der schönsten findet der Urlauber nicht nur am Bodensee, sondern beispielsweise auch im Spreewald, auf halber Strecke zwischen Berlin und Dresden. Hier fächert sich die Spree in viele kleine Kanäle, die Fließe, auf. Ein ausgeklügeltes Schleusensystem sorgt dafür, dass der Fluss fast keine Strömung hat. So kann der Paddler von einem der vielen kleinen Spreewald-Häfen zu ausgedehnten Rundtouren starten. Mehr dazu gleich.

Überhaupt sind die Bundesländer Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern bekannt für ihren Reichtum an natürlichen Seen. Ein besonderer Tipp ist hier die 46 km lange Tour von Brandenburg an der Havel nach Rathenow. Durch die weitgehend unberührte Natur des Oderbruchs führt eine Kanutour auf Deutschlands östlichem Grenzfluss, der Oder. Bayerns langsamster Fluss, die Altmühl, bietet ebenfalls viel Abwechslung, auch für ungeübte Wasserwanderer. Zwischen Kehlheim und Gunzenhausen wechseln sich steile Kalkfelsen mit imposanten Burgen und idyllischen Landschaften ab. Und dass Wasser und Wein gut zusammenpassen, zeigt vor allem im Herbst eine Tour entlang von Enz und Neckar, Ausgangspunkt für diese auch kulinarisch interessante Fahrt ist die Altstadt von Bietigheim.

Ähnliche kulinarische Freuden gibt es in Europas nördlichsten Weinanbaugebieten an Saale und Unstrut in Sachsen-Anhalt zu erleben. Ein besonderes Erlebnis in Hessen ist eine Wasserwanderung auf der Lahn. Sie beginnt beispielsweise in Weilburg und führt durch Deutschlands einzigen Schiffstunnel. Wem das Paddeln zu beschaulich ist, dem bietet die Isar zwischen Lengries und Bad Tölz die Möglichkeit zum Rafting. Vor allem Anfänger können hier, unter Anleitung erfahrener Guides, erste Wildwasser-Erfahrungen sammeln. Wer möchte, der kann auch Hamburg einmal individuell von der Wasserseite aus erkunden. Die Alster mit einer Vielzahl von Nebenarmen und Kanälen zeigt die Weltmetropole so von einer gänzlich neuen Seite.

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Längst kein Geheimtipp mehr ist die Donau in der Schwäbischen Alb. Zwischen Geisingen und Sigmaringen ist sie noch ein kleiner und sehr romantischer Fluss. Urwüchsige Landschaft und malerische Ortschaften findet der Wasserwanderer aber auch im Norden an der Ems. Wer sich hier Zeit nimmt, kann manche Kostbarkeit aus Flora und Fauna entdecken.

Kanutouren durch den Spreewald

Wir hatten es bereits angeschnitten: Eines der schönsten und idyllischsten Kanugebiete Deutschlands findet der Paddler im Spreewald im südlichen Brandenburg. Hier auf der halben Strecke zwischen Berlin und Dresden verzweigt sich die Spree in ein wahres Labyrinth. Im Spreewald ist auch eine der letzten Minderheiten Deutschlands, die Sorben der Niederlausitz, zu Hause.

Ein ausgeklügeltes System an Schleusen sorgt dafür, dass es im Spreewald fast keine Strömung gibt. So kann auch der ungeübte Kanute bequem zum Ausgangspunkt zurückpaddeln. Das weitverzweigte Wasserlabyrinth ermöglicht es so, eine begonnene Tour jederzeit abzukürzen oder zu verlängern.

Eine der landschaftlich reizvollsten Touren beginnt und endet am Hafen Waldschlösschen in Burg und führt in etwa 4-5 Stunden durch den Hochwald. In diesem wildromantischen Teil des Spreewaldes wird die Natur noch weitgehend sich selbst überlassen. Mit etwas Geduld lassen sich Biber und viele andere Tiere in ihrem natürlichen Habitat beobachten. Für das leibliche Wohl sorgen immer wieder Gaststätten oder private Anbieter an den Flüssen. Und wer schon einmal hier ist und Urlaub im Spreewald macht, der sollte natürlich die leckeren Spreewälder Gurken in den verschiedensten Geschmacksrichtungen probieren.

Ein weiterer Tipp: Mit 2-3 Stunden ist die kleine „Kauper Fahrt“, ebenfalls in Burg beginnend, etwas kürzer und daher ideal für Anfänger geeignet. Hier geht es in der Siedlung Burg-Kauper sozusagen durch den „Vorgarten“ der Spreewald-Bewohner. Wer in Lübbenau startet, der sollte unbedingt zum Freilichtmuseum nach Lehde paddeln. Dort wurden die typischen Häuser und Gehöfte der Gegend zu einer sehenswerten Freiluftausstellung zusammengetragen. Allerdings ist die Spree zwischen Lübbenau und Lehde gerade an schönen Wochenenden einer der meistbefahrenen Abschnitte im gesamten Spreewald. Wer also Ruhe und Erholung sucht, sollte diese Tour am besten unter der Woche bzw. in der Nebensaison machen.

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Apropos Anfänger: Das ruhige und flache Wasser der Spree macht das Gebiet vor allem für Familien mit Kindern ideal. Hier verbinden sich maximale Sicherheit mit viel Spaß für Groß und Klein.